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Ihr Bestatter in München KARL ALBERT DENK

RATGEBER – SERVICE

Sternenkinder in München: Orte, Rituale und Hilfe für Eltern

Wenn ein Kind vor, während oder kurz nach der Geburt stirbt, stehen Eltern vor Fragen, auf die sie nicht vorbereitet sind. Wo kann unser Kind beigesetzt werden? Was dürfen wir selbst entscheiden? Wer begleitet uns?

Diese Seite fasst zusammen, was wir zu Sternenkindern in München wissen: welche Orte es auf Münchner Friedhöfen gibt, was das bayerische Bestattungsrecht regelt, wie ein Abschied aussehen kann und an wen Sie sich wenden können. Wir sind Bestattungen Karl Albert Denk und begleiten Familien in München und der Region. Die Seite soll zuerst informieren.

Auf einen Blick:

  • Individuelle Bestattung oder gemeinsame Zur-Ruhe-Bettung mit anderen Kindern. Einen Ruheort erhält jedes Kind.
  • In München gibt es städtische Anlagen auf dem Waldfriedhof, Gemeinschaftsgräber von Kliniken auf mehreren städtischen Friedhöfen und eine Gedenkstätte in Riem.
  • Sie müssen nicht allein entscheiden. Seelsorger:innen und soziale Dienste begleiten und informieren Sie über Ihre Rechte in Münchner Kliniken und in der Umgebung. 

Sprechen Sie uns einfach an – wir gehen alles Schritt für Schritt mit Ihnen durch.

Was sind Sternenkinder, und was gilt in Bayern?

Als Sternenkinder bezeichnet man Kinder, die im Mutterleib sterben und weniger als 500 Gramm wiegen. Das Gesetz nennt sie Fehlgeburt. Das Wort wirkt hart. Es ist der Begriff des Gesetzes, deshalb gebrauchen wir ihn dort, wo es um die rechtlichen Regeln geht.

Vereine und Stiftungen verwenden das Wort Sternenkind teilweise weiter und meinen auch Kinder, die während oder kurz nach der Geburt sterben. Für die Bestattung zählt in Bayern jedoch das Gewicht. Das Bestattungsgesetz kennt das Wort Sternenkind nicht und unterscheidet in Art. 6 BestG:

Ab 500 Gramm spricht das Gesetz von einer Totgeburt. Für eine totgeborene oder während der Geburt verstorbene Leibesfrucht dieses Gewichts gelten die Vorschriften für Verstorbene sinngemäß. Dazu gehört die Bestattungspflicht: Das Kind wird individuell bestattet.

Unter 500 Gramm oder vor Beginn der 24. Schwangerschaftswoche spricht das Gesetz von einer Fehlgeburt. Eine individuelle Bestattung ist möglich, aber keine Pflicht. Jedes solche Kind kann mit anderen Sternenkindern gemeinsam auf einem dafür vorgesehenen Grabfeld zur Ruhe gebettet werden.

Individuell oder gemeinsam: Sie haben die Wahl

Bei einem Kind unter 500 Gramm gibt es zwei Wege.

Sie können Ihr Kind individuell bestatten lassen, zum Beispiel in einer der städtischen Anlagen, die wir weiter unten beschreiben.

Ihr Kind kann auch gemeinsam mit anderen Kindern zur Ruhe gebettet werden. In Kliniken spricht man von einer Sammelbestattung. Die Klinik betreut ein Gemeinschaftsgrab auf einem städtischen Friedhof und setzt dort mehrmals im Jahr die Kinder bei. Den Termin gibt die Klinik an die Eltern weiter. Die Sammelbestattung ist allgemein gehalten und nicht auf Ihr Kind persönlich zugeschnitten. Das unterscheidet sie von einer individuellen Bestattung.

Beide Wege stehen Ihnen offen. Wenn Eltern manchmal nicht richtig über Ihre Möglichkeiten aufgeklärt werden, gehen vielen davon aus, dass ihr fehlgeborenes Kind sammelbestattet werden muss. Das trifft nicht zu. Die Sammelbestattung läuft nicht automatisch ab, Sie entscheiden frei.

Ist es Ihnen nicht möglich oder nicht zumutbar, die Zur-Ruhe-Bettung selbst zu übernehmen, etwa wegen der akuten Belastung, werden die Sternenkinder von der Klinik in den vorgesehenen Räumlichkeiten fachgerecht hinterstellt und in zeitlichen Abständen auf einem Grabfeld zur Ruhe gebettet. Die Einrichtung muss Sie unverzüglich und in angemessener Form über Ihr Bestattungsrecht und Ihre Pflichten informieren.

Verfügungsberechtigt sind die Eltern oder gesetzlich bestellte Betreuer, also die Erziehungsberechtigten.

Bei einer Fehlgeburt ist auch eine Einäscherung möglich. Die Asche wird danach auf einem Grabfeld beigesetzt. Für Feten und Embryonen aus Schwangerschaftsabbrüchen gelten diese Regelungen für Fehlgeburten entsprechend (Art. 6 Abs. 2 BestG).

Wo werden Sternenkinder in München beigesetzt?

In München gibt es zwei Arten von Orten. Auf dem Waldfriedhof München betreibt die Stadt Anlagen, für die Eltern ein Nutzungsrecht erwerben. Außerdem haben Kliniken Gemeinschaftsgräber auf städtischen Friedhöfen, in denen sie fehlgeborene Kinder gemeinsam zur Ruhe betten. Die Angaben zu den städtischen Anlagen stammen von der Stadt München, die zum Schmetterlingsgrab von der München Klinik.

Waldfriedhof: Gemeinschaftsgrab für Sternenkinder und Anlage für tot geborene Kinder

Das Gemeinschaftsgrab für Sternenkinder ist für Kinder bestimmt, die bei einer Fehlgeburt weniger als 500 Gramm wiegen. Um ein zentrales Denkmal liegen kreisförmige Segmente. Auf Wunsch wird der Name Ihres Kindes in die Stele eingraviert. Auf der mittleren Insel können Sie Blumen, Lichter und kleine Gaben ablegen. Das Nutzungsrecht lässt sich einmalig für drei Jahre erwerben. Danach kann das Grab für ein weiteres Kind genutzt werden.

Die Anlage für tot geborene Kinder besteht seit Herbst 2012 aus zwei Teilen, einer Schnecke mit einem kleinen Baum in der Mitte und einem Schmetterling. Die Gräber sind einzeln ausgewiesen und messen 80 mal 60 Zentimeter. Die Mindestnutzung beträgt drei Jahre, die Städtischen Friedhöfe pflegen die Anlage. Angehörige können große Kiesel bemalen oder mit dem Namen des Kindes beschriften und am Grab ablegen. Kiesel gibt es in der örtlichen Friedhofsverwaltung.

Fragen zu den Anlagen beantwortet die Gräberverwaltung der Städtischen Friedhöfe München: Damenstiftstraße 8, 80331 München, Telefon 089 2319901, E-Mail sfm-graeberverwaltung.gsr@muenchen.de.

Für Kinder und Säuglinge gibt es auf dem Waldfriedhof außerdem Einzelgräber. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zur Kinderbestattung. Im Alten Teil des Waldfriedhofs liegen zudem Gemeinschaftsgräber von Kliniken (siehe unten).

Ostfriedhof: das Schmetterlingsgrab der München Klinik

Auf dem Ostfriedhof in Obergiesing hat die München Klinik ein eigenes Grab für Sternenkinder eingerichtet, das Schmetterlingsgrab. Es ist ein Angebot der Klinik. Können Eltern die Beisetzung nicht selbst übernehmen, etwa wegen akuter Belastung, leitet die Klinik die Zur-Ruhe-Bettung ein. Das geschieht nicht automatisch. Die Eltern können frei entscheiden, wie sie vorgehen möchten.

Die Beisetzung findet halbjährlich statt. Bis dahin bleiben die Kinder in der Klinik. Die Urnen werden zwei Tage vor der Trauerfeier im kleinen Kreis beigesetzt. Die Trauerfeier gibt es zweimal im Jahr. Sie beginnt an der Trauerhalle und führt dann zum Grab. Die Klinikseelsorge gestaltet sie religionsübergreifend, Eltern und Angehörige können ohne gesonderte Einladung kommen. Laut Klinik entstehen dafür keine Kosten. Die aktuellen Termine veröffentlicht die München Klinik auf ihrer Seite zum Schmetterlingsgrab.

Weitere Gedenkorte in München

Nach den Angaben des Gesundheitsreferats haben die Städtischen Friedhöfe Gedenkstätten und Gemeinschaftsgrabanlagen für verstorbene Kinder in München vorgestellt. Nach unserer Kenntnis gehören dazu:

  • Waldfriedhof, Alter Teil: Gemeinschaftsgräber der Kliniken der LMU und der Klinik Dritter Orden
  • Westfriedhof: Gemeinschaftsgrab der Frauenklinik des Rotkreuzklinikums in der Taxisstraße
  • Nordfriedhof: Gemeinschaftsgrab der Frauenklinik München
  • Friedhof Pasing: Gemeinschaftsgrab der Helios Kliniken München
  • Friedhof Riem: Gedenkstätte

Wo Ihr Kind bei einer Sammelbestattung zur Ruhe gebettet wird, hängt von der Klinik ab, die es betreut. Fragen Sie dort nach dem Ort und dem Termin.

Auch auf Friedhöfen im Umland, zum Beispiel in Olching, Dachau, Freising und Bad Feilnbach, gibt es Kindergrabanlagen.

Abschied gestalten: Rituale und Anlaufstellen

Den Abschied können Sie so gestalten, wie es zu Ihnen und Ihrem Kind passt. Zur Erinnerung können Hand- und Fußabdrücke entstehen. Die Dein-Sternenkind Stiftung vermittelt außerdem ehrenamtliche Fotografinnen und Fotografen, die Sternenkinder fotografieren. Laut Stiftung entstehen Eltern dafür keine Kosten.

Auf den städtischen Anlagen am Waldfriedhof sind Blumen, Lichter, kleine Gaben und beschriftete Kiesel vorgesehen. Kleine Gegenstände dürfen Sie ablegen. Nichts darf fest im Boden verankert sein, Sie können also kein eigenes Grabmal mit Fundament anbringen. Weitere Formen des Abschieds, etwa Briefe, bemalte Steine, Kerzen, Spielzeug, Musik oder Blütenblätter, besprechen wir mit Ihnen. Wir klären dabei, was die jeweilige Friedhofsverwaltung erlaubt.

In München finden regelmäßig Gedenkfeiern und Gedenkgottesdienste für fehl- und totgeborene Kinder statt. Die aktuellen Termine geben das Münchner Sternenkind Netzwerk und der Verein Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister München bekannt. Eine Übersicht bieten die Veranstaltungsseiten von Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister München e.V. und der Plattform Sternenkindfamilie.

Anlaufstellen für Eltern in München

  • Münchner Sternenkind Netzwerk: ein Projekt des Vereins Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister München e.V. mit Informationen für Eltern und Hinweisen für Fachkräfte.
  • Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister München e.V.: Begleitung, Beratung und Gruppen, Telefon 089 480 88 99 0. 
  • Sternenkind München und Umgebung: Informationen und Beratung nach Stiller Geburt und Fehlgeburt, Seminare und Kurse, geschrieben von Begleiterinnen und selbst betroffenen Sternenmüttern.
  • Sternenkindfamilie: Plattform für München und Umland, die Veranstaltungen und Angebote verschiedener Beratungsstellen für Eltern nach stiller Geburt und Fehlgeburt zusammenstellt.
  • Leere Wiege, Beratungsstelle Häberlstraße 17: Kurse für Sterneneltern, darunter Rückbildung und Yoga.
  • Dein-Sternenkind Stiftung: Erinnerungsfotos durch ehrenamtliche Fotografinnen und Fotografen, die Sie auf Wunsch in der Klinik, zu Hause oder im Bestattungsinstitut besuchen. Liebevoll fertigen sie Fotos von Ihrem Sternenkind an. Auch gemeinsame Familienfotos zur ganz individuellen Erinnerung können hierbei entstehen.

Auch die staatlich anerkannten Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen bieten Unterstützung und Begleitung an.

Wie wir Sie begleiten

Bestattungen Karl Albert Denk hat Standorte in München, Erding, Freising, Neufahrn, Eichenau und Grünwald. Wenn Sie Ihr Kind bestatten lassen möchten, klären wir mit Ihnen die Möglichkeiten, sprechen den Ablauf durch und übernehmen die Formalitäten, soweit Sie das wünschen.

Sie entscheiden, wie viel Sie selbst in die Hand nehmen. Wir unterstützen Sie bei der Fürsorge für Ihr verstorbenes Kind. Als Eltern können Sie vieles selbst übernehmen, und wenn Sie möchten, leiten wir Sie dabei an. Wir sind an Ihrer Seite.

Mehr zu unserer Begleitung finden Sie auf der Seite Kinderbestattung. Unsere Standorte stehen auf der Seite Standorte. Sie erreichen uns in München telefonisch oder über das Kontaktformular zum Erstgespräch. Die Nummern unserer weiteren Standorte finden Sie auf der Seite Standorte.

Häufige Fragen

Wo werden Sternenkinder in München beerdigt?

Auf dem Waldfriedhof gibt es das Gemeinschaftsgrab für Sternenkinder für Kinder unter 500 Gramm und eine Anlage für tot geborene Kinder. Auf dem Ostfriedhof hat die München Klinik das Schmetterlingsgrab eingerichtet. Weitere Kliniken haben Gemeinschaftsgräber auf städtischen Friedhöfen, und in Riem gibt es eine Gedenkstätte. Einzelheiten stehen im Abschnitt zu den Orten.

Das hängt vom Weg ab. Bei einer Sammelbestattung legt die Klinik die Termine fest, meist mehrmals im Jahr. Am Schmetterlingsgrab der München Klinik findet die Beisetzung halbjährlich statt, bis dahin bleiben die Kinder in der Klinik. Den Termin gibt die Klinik an die Eltern weiter. Wenn Sie Ihr Kind selbst bestatten lassen, stimmen wir den Termin mit der Friedhofsverwaltung ab.

Jedes Kind erhält einen Ruheort. Wie das geschieht, hängt vom Gewicht ab.

Ein Kind ab 500 Gramm, im Alltag Totgeburt oder Säuglingstod, wird individuell bestattet. Bei einem Kind unter 500 Gramm oder vor Beginn der 24. Schwangerschaftswoche entscheiden Sie: Sie können es individuell bestatten lassen, oder es wird gemeinsam mit anderen Kindern im Sammelgrab zur Ruhe gebettet. Das Gesetz gibt Ihnen die Möglichkeit zur individuellen Bestattung, aber keine Pflicht.

Bei einer Fehlgeburt erlaubt das Gesetz die Einäscherung. Die Asche wird anschließend auf einem Grabfeld beigesetzt. Bei den Gemeinschaftsgräbern der München Klinik und der LMU geschieht das so. Andere Friedhöfe verfahren anders: Es gibt Friedhöfe, die die Kleinsten nicht einäschern, sondern in einem Sarg bestatten. Das ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Für Kinder ab 500 Gramm gelten die Vorschriften für Verstorbene sinngemäß.

Nicht ohne Weiteres. Das bayerische Bestattungsgesetz lässt Beisetzungen außerhalb von Friedhöfen nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde zu. Sie wird nur unter bestimmten Voraussetzungen erteilt, etwa bei einem wichtigen Grund und wenn die Erhaltung des Platzes während der Ruhezeit gesichert ist (Art. 12 BestG). Ob und wie das bei einer Fehlgeburt gehandhabt wird, klärt die Behörde im Einzelfall.

Für die Beisetzung am Schmetterlingsgrab der München Klinik entstehen Eltern laut Klinik keine Kosten. Auf den städtischen Anlagen richten sich die Gebühren nach der Friedhofsgebührensatzung der Stadt München.

waldfriedhof münchen

Autor:

Isabella Forster | Geprüfte Bestatterin | Demenz-Partnerin | Begleitung bei Kindertrauerfällen

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Sie können uns jederzeit kontaktieren – telefonisch, per E-Mail oder über unser Kontaktformular. Es besteht keine Verpflichtung, und keine Frage ist zu unbedeutend.

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